Der Weiße Hai (Carcharodon carcharias), früher auch Menschenhai genannt, wird 4 bis 6 Meter lang und ist damit der größte Raubhai der Gegenwart. Ausgewachsene Tiere wiegen meist zwischen 0,7 und 1,7 Tonnen. Er lebt weltweit in gemäßigten und subtropischen Meeren und gilt als gefährdet.
Kein anderer Hai prägt unser Bild von dem „Raubtier der Meere" so stark wie der Weiße Hai. Spätestens seit Steven Spielbergs Film „Der Weiße Hai" ist Carcharodon carcharias weltweit bekannt – meist verbunden mit unbegründeter Angst. In Wirklichkeit ist der Weiße Hai ein hochspezialisiertes, intelligentes Tier, dessen Bestand global zurückgeht.
Wie groß wird ein Weißer Hai? Größe & Länge
Ein Weißer Hai wird 4 bis 6 Meter lang: Weibchen erreichen meist 4,5 bis 5 Meter, Männchen bleiben mit rund 3,5 bis 4 Metern deutlich kleiner. Dieser Größenunterschied zwischen den Geschlechtern ist bei Haien die Regel – die Weibchen müssen ihre großen, weit entwickelten Jungtiere austragen.
Bei der Maximalgröße lohnt ein genauer Blick: Zuverlässig vermessen sind Tiere bis rund 6 Meter, darunter das als „Deep Blue" bekannte Weibchen. Die häufig kursierenden 6,4 Meter stammen aus einer Modellrechnung, nicht aus einer Messung. Der oft zitierte 6,4-Meter-Hai von Kuba aus dem Jahr 1945 wurde später auf etwa 4,9 Meter korrigiert.
- Größenvergleich zum Menschen: Ein 5 Meter langes Weibchen entspricht etwa drei hintereinander liegenden erwachsenen Menschen.
Wie schwer ist ein Weißer Hai?
Ausgewachsene Weiße Haie wiegen meist 0,7 bis 1,7 Tonnen, große Weibchen bringen bis zu rund 2 Tonnen auf die Waage. In Populärquellen kursierende Angaben von 2,5 bis 3 Tonnen beruhen auf unbestätigten Fängen und sind nicht belegt.
Weißer Hai vs. Megalodon
Mit 4 bis 6 Metern ist der Weiße Hai der größte Raubhai der Gegenwart – gegen den ausgestorbenen Megalodon (Otodus megalodon) wirkt er allerdings klein. Dieser erreichte 12 bis 13 Meter Länge und 12 bis 14 Tonnen Gewicht, also gut das Doppelte an Länge und ein Vielfaches an Masse. Beide gehören jedoch nicht derselben Gattung an: Der Weiße Hai stammt nicht direkt vom Megalodon ab.
Wo lebt der Weiße Hai? Lebensraum & Verbreitung
Der Weiße Hai lebt in gemäßigten und subtropischen Küstengewässern weltweit. Schwerpunkte sind Südafrika, Süd- und Ostaustralien, Kalifornien mit der mexikanischen Insel Guadalupe, der westliche Nordatlantik vor Neuengland und Kanada sowie das Mittelmeer. In Nord- und Ostsee kommt er nicht vor. Mehr zur weltweiten Verbreitung von Haien findest du auf Haie Verbreitung.
Besonders gut beobachten lässt er sich vor Südafrika in der False Bay und bei Gansbaai. Im Mittelmeer ist er zwar nachgewiesen, wird dort aber nur sehr selten gesichtet.
Aussehen
Der Weiße Hai hat einen torpedoförmigen, extrem kräftigen Körper. Charakteristisch ist die scharfe Trennlinie zwischen der dunklen, grau-blauen bis bräunlichen Oberseite und dem schneeweißen Bauch – diese Gegenschattierung tarnt ihn von oben wie von unten perfekt. Die an ihm gemessenen 24 km/h sind zugleich der höchste je an einem Hai gemessene Sprint – mehr als die rund 18 km/h, die bislang am Makohai gemessen wurden, der gemeinhin als schnellster Hai gilt.
- Zähne: dreieckig, gesägt, mehrere Zentimeter lang
- Geschwindigkeit: gemessen 24 km/h bei einem Angriff, Schätzungen bis ca. 40 km/h in kurzen Sprints
- Färbung: dunkle grau-blaue bis bräunliche Oberseite, scharf abgesetzter weißer Bauch
Nahrung
Junge Weiße Haie fressen überwiegend Fische und kleine Knorpelfische. Mit zunehmendem Alter und Größe wechseln sie zu marinen Säugetieren – vor allem Robben, Seelöwen, kleinen Walen und Delfinen. Auch Aas, etwa von toten Walen, wird angenommen. Mehr dazu in unserem Artikel Was fressen Haie?.
Fortpflanzung
Der Weiße Hai ist ovovivipar – die Embryos entwickeln sich in Eiern im Mutterleib und ernähren sich dort von unbefruchteten Eiern (Oophagie). Nach einer geschätzten Tragzeit von etwa 12 Monaten werden 2–10 voll entwickelte Jungtiere von rund 1,2–1,5 m Länge geboren. Details zum Paarungsverhalten findest du unter Hai-Paarung.
Gefahr für Menschen
Statistisch ist der Weiße Hai die Haiart mit den meisten registrierten Bissen an Menschen. Trotzdem ist er kein gezielter Menschenjäger: Surfer, Schwimmer und Taucher werden meist mit Robben verwechselt. Viele Vorfälle enden mit einem einzelnen „Probebiss" – der jedoch wegen der Größe des Tieres oft schwere Verletzungen verursacht. Details und reale Statistiken auf unserer Seite zu Hai-Angriffen.
Schutzstatus
Der Weiße Hai gilt laut IUCN als „vulnerable" (gefährdet). Bedrohungen sind Beifang, gezielter Fang für Trophäen und Kiefer sowie Lebensraumverlust. Er steht international unter Schutz (CITES Anhang II). Mehr zum Thema unter Hai-Schutz.
Häufige Fragen zum Weißen Hai
Wie groß wird der Weiße Hai?
Weibchen erreichen meist 4,5 bis 5 m Länge, in Ausnahmefällen bis rund 6 m. Männchen bleiben mit rund 3,5 bis 4 m kleiner. Ausgewachsene Tiere wiegen meist 0,7 bis 1,7 Tonnen, große Weibchen bis rund 2 Tonnen.
Wo lebt der Weiße Hai?
Der Weiße Hai (Carcharodon carcharias) ist in allen gemäßigten und subtropischen Meeren verbreitet – Hotspots sind Südafrika, Süd-Australien, Kalifornien/Mexiko (Guadalupe) und das nordöstliche Mittelmeer.
Wie gefährlich ist der Weiße Hai für Menschen?
Er gilt statistisch als die für Menschen gefährlichste Haiart, ist aber keineswegs ein gezielter Menschenjäger. Die meisten Bisse sind sogenannte Probebisse aufgrund von Verwechslung mit Robben.
Was frisst der Weiße Hai?
Junge Tiere fressen vor allem Fische. Ausgewachsene Weiße Haie spezialisieren sich auf marine Säugetiere wie Robben, Seelöwen, kleine Wale und Delfine.
Wie alt wird ein Weißer Hai?
Aktuelle Studien gehen von einer Lebenserwartung von 70 Jahren oder mehr aus – damit ist er einer der am längsten lebenden Knorpelfische überhaupt.
Ist der Weiße Hai ein Säugetier?
Nein. Der Weiße Hai ist ein Knorpelfisch. Er gebärt zwar lebende Junge und hält seine Körpertemperatur über der des umgebenden Wassers, was an Säugetiere erinnert – er atmet aber über Kiemen und säugt seine Jungen nicht.