Titelbild: KI-generiert

    Weißer Hai

    Carcharodon carcharias – der wohl bekannteste Hai der Welt

    Kein anderer Hai prägt unser Bild von dem „Raubtier der Meere" so stark wie der Weiße Hai. Spätestens seit Steven Spielbergs Film „Der Weiße Hai" ist Carcharodon carcharias weltweit bekannt – meist verbunden mit unbegründeter Angst. In Wirklichkeit ist der Weiße Hai ein hochspezialisiertes, intelligentes Tier, dessen Bestand global zurückgeht.

    Aussehen & Größe

    Der Weiße Hai hat einen torpedoförmigen, extrem kräftigen Körper. Charakteristisch ist die scharfe Trennlinie zwischen der dunklen, grau-blauen bis bräunlichen Oberseite und dem schneeweißen Bauch – diese Gegenschattierung tarnt ihn von oben wie von unten perfekt.

    • Länge: Weibchen 4,5–5 m (Maximum > 6 m), Männchen ca. 3,5–4 m
    • Gewicht: bis über 1.000 kg, große Weibchen über 1.500 kg
    • Zähne: dreieckig, gesägt, mehrere Zentimeter lang
    • Geschwindigkeit: bis ca. 50 km/h in kurzen Sprints

    Lebensraum & Verbreitung

    Weiße Haie leben in gemäßigten und subtropischen Meeren weltweit. Bekannte Hotspots sind die Küsten Südafrikas (False Bay, Gansbaai), Süd-Australien, Kalifornien und die mexikanische Insel Guadalupe. Auch im Mittelmeer kommt er vor – gesichtet werden sie hier allerdings nur selten. Mehr zur weltweiten Verbreitung von Haien findest du auf Haie Verbreitung.

    Nahrung

    Junge Weiße Haie fressen überwiegend Fische und kleine Knorpelfische. Mit zunehmendem Alter und Größe wechseln sie zu marinen Säugetieren – vor allem Robben, Seelöwen, kleinen Walen und Delfinen. Auch Aas, etwa von toten Walen, wird angenommen. Mehr dazu in unserem Artikel Was fressen Haie?.

    Fortpflanzung

    Der Weiße Hai ist ovovivipar – die Embryos entwickeln sich in Eiern im Mutterleib und ernähren sich dort von unbefruchteten Eiern (Oophagie). Nach einer geschätzten Tragzeit von etwa 12 Monaten werden 2–10 voll entwickelte Jungtiere von rund 1,2–1,5 m Länge geboren. Details zum Paarungsverhalten findest du unter Hai-Paarung.

    Gefahr für Menschen

    Statistisch ist der Weiße Hai die Haiart mit den meisten registrierten Bissen an Menschen. Trotzdem ist er kein gezielter Menschenjäger: Surfer, Schwimmer und Taucher werden meist mit Robben verwechselt. Viele Vorfälle enden mit einem einzelnen „Probebiss" – der jedoch wegen der Größe des Tieres oft schwere Verletzungen verursacht. Details und reale Statistiken auf unserer Seite zu Hai-Angriffen.

    Schutzstatus

    Der Weiße Hai gilt laut IUCN als „vulnerable" (gefährdet). Bedrohungen sind Beifang, gezielter Fang für Trophäen und Kiefer sowie Lebensraumverlust. Er steht international unter Schutz (CITES Anhang II). Mehr zum Thema unter Hai-Schutz.

    Häufige Fragen zum Weißen Hai

    Wie groß wird der Weiße Hai?

    Weibchen erreichen meist 4,5 bis 5 m Länge, in Ausnahmefällen über 6 m. Männchen bleiben mit rund 3,5 bis 4 m kleiner. Gewichte von über 1.000 kg sind bei großen Tieren dokumentiert.

    Wo lebt der Weiße Hai?

    Der Weiße Hai (Carcharodon carcharias) ist in allen gemäßigten und subtropischen Meeren verbreitet – Hotspots sind Südafrika, Süd-Australien, Kalifornien/Mexiko (Guadalupe) und das nordöstliche Mittelmeer.

    Wie gefährlich ist der Weiße Hai für Menschen?

    Er gilt statistisch als die für Menschen gefährlichste Haiart, ist aber keineswegs ein gezielter Menschenjäger. Die meisten Bisse sind sogenannte Probebisse aufgrund von Verwechslung mit Robben.

    Was frisst der Weiße Hai?

    Junge Tiere fressen vor allem Fische. Ausgewachsene Weiße Haie spezialisieren sich auf marine Säugetiere wie Robben, Seelöwen, kleine Wale und Delfine.

    Wie alt wird ein Weißer Hai?

    Aktuelle Studien gehen von einer Lebenserwartung von 70 Jahren oder mehr aus – damit ist er einer der am längsten lebenden Knorpelfische überhaupt.