Heterodontiformes

Hexanchiformes

Nach allgemeiner Ansicht gelten die Hexanchiformes als die primitivste Ordnung der Haie. „Primitiv“ ist hierbei allerdings – wie auch an anderen Stellen schon angemerkt – relativ zu verstehen und im Grunde immer eine Art Wertung im Sinne der Evolutionstheorie, von der ich kein Anhänger bin. Es stimmt allerdings: Die Hexanchiformes haben die am Wenigsten komplizierten Merkmale aller Hai Ordnungen. 

Hexanchiformes
Die Haie der Ordnung Hexanchiformes besitzen eine einzelne, weit hinten gelegene Rückenflosse, die unmittelbar vor der Afterflosse sitzt (c). Sie besitzen sechs (a) oder sogar sieben Kiemenschlitze (b). © by Angelo Mojetta

Hexanchiformes – Aussehen

Erkennen kann man die Haie der Ordnung Hexanchiformes an ihrer einzelnen stachellosen Rückenflosse, einer Afterflosse, sowie – und vor allem – an ihren sechs oder gar sieben Kiemenspalten. Normalerweise besitzen Haie nur fünf.

Die Hexanchiformes gelten aufgrund ihrer Skelettstruktur und ihrer Verdauungs- und Ausscheidungssysteme als die am wenigsten spezialisierte Ordnung.

Hexanchiformes – Typische Vertreter

Die Ordnung der Hexanchiformes enthält zwei Familien, die Chlamydoselachidae und die Hexanchidae mit insgesamt fünf Arten.

Die erste Familie, die Chlamydoselachidae enthält nur eine einzige Gattung mit einer einzigen Art, nämlich die Chlamydoselachus anguineus. Dabei handelt es sich um einen sehr eigentümlich aussehenden Hai, dessen schlangenähnlicher Kopf durch eine Art Spitzenkrause vom restlichen Körper getrennt ist. Dieses Aussehen verlieh ihm den Trivialnamen Krausenhai oder auch Kragenhai.

Die Krause besteht aus sechs Kiemenspalten, deren rüschenartige Ränder wie ein Kiemendeckel die darunter befindlichen Atemorgane schützt. Soweit man bis heute seine Biologie kennt, kann man sagen, dass sein Aussehen seiner Lebensweise in Tiefen von über 1000 Metern entspricht.

Aufgrund seiner schlangenartigen Gestalt ist er nicht in der Lage längere Strecken zu schwimmen. Dafür bewegt sich der Hai aber nahezu mühelos über unebenes Gelände. Die überwiegend am hinteren Körperteil liegenden Flossen dienen der schlagartigen Beschleunigung. Der Krausenhai ist also in der Lage seine Beute – hauptsächlich bestehend aus Kopffüßern und Fischen – blitzartig zu überrumpeln. In seinem Maul trägt er 13 bis 14 Reihen Zähne, die an dreispitzige Haken erinnern. 

Breitschnäuziger Kammzähner
Hier sehen wir den Breitschnäuzigen Kammzähner (Notorhynchus cepedianus), der sieben Kiemenschlitze besitzt. © by Angelo Mojetta

Die vier restlichen Arten, die alle der Familie der Hexanchidae, auch Grauhaie genannt, angehören, untergliedern sich in drei Gattungen, genauer in die Arten Heptranchias perlo und Notorhynchus cepedianus (beide sieben Kiemenspalten) sowie Hexanchus griseus und Hexanchus vitulus (beide sechs Kiemenspalten). Die letzteren Arten erreichen eine Länge von bis zu fünf Metern und jagen in Tiefen von über 200 Metern Fische, andere Haie, Rochen, Kalmare und Krebstiere. Die siebenkiemigen Arten kommen hingegen auch in küstennahen Gewässern vor und bevorzugen im Frühjahr und Sommer Buchten und andere geschützte Regionen.

Zur gleichen Zeit tauchen dort auch kleinere Haie auf, die schon des öfteren in den Mägen der größeren Haie gefunden wurden. Möglicherweise rücken die Haie also nur aus dem Grund der Nahrungssuche in solche Regionen vor.

Aufgrund ihrer enormen Beschleunigung sind sie sogar in der Lage Robben, Lachse und Delphine zu jagen.

Grauhaie, die in unterschiedlichen Regionen leben, sind meist auch unterschiedlich gefärbt.